Nach fünf Wochen …

… im neuen Leben, zu welchem nun leider auch eine erschreckende und lähmende Diagnose meines Göttergatten gehört, versuche ich mich an das neue Normal zu gewöhnen.

Ich habe keine Ahnung, ob und wie so etwas jemals gelingen soll. Inzwischen haben wir alle gemerkt, dass die runde Kugel namens Welt sich weiterdreht, als ob nichts geschehen wäre. Für uns hat sich aber von einer Sekunde auf die andere alles verändert. Rund um uns herum läuft alles weiter wie gewohnt. Das ist manchmal ein komisches Gefühl – oft aber auch einfach nur gut, weil wir sonst den Boden unter den Füssen komplett verlieren würden.

Noch nie mochte ich Achterbahnfahrten – jetzt weiss ich wohl auch, wieso das so ist. Es gibt nichts Schlimmeres, als die Achterbahn des Lebens. An einem Tag geht es kurz nach oben und es fühlt sich gut an. Oben bleibt es einen Moment stehen und man kann kurz Luft holen, um dann im steilen Sturzflug wieder nach unten zu stürzen und starr vor Schreck regungslos im Leeren zu liegen. In etwa so fühlt sich das Leben seit fünf Wochen an. Und dann gibt es noch diese unendlich langen Tage im Vakuum; oder im Niemandsland. So nenne ich die Grauzone zwischen Leben und Funktionieren. Das mechanische Abspulen von Routinedingen und die unendlich vielen Leerläufe, weil die Gedanken einfach nicht zu kontrollieren sind und sich ständig um den neuen Familienbegleiter namens „Krankheit“ drehen.

Die Frage nach dem WARUM habe ich inzwischen in den Keller verbannt. Es bringt nichts. Es gibt schlicht keine Antwort auf diese Endlosschlaufe.

Ich merke, dass ich gerne ab und zu wieder schreiben möchte. Genauso merke ich aber auch, dass das unbeschwerte Schreiben der Modepraline aus dem alten Leben irgendwie nicht mehr möglich ist. Warum? Nun ja: Das alte Leben gibt es nicht mehr. Wir versuchen alle, unseren Weg im neuen Leben irgendwie zu finden. Und das einzig schöne dabei ist, dass wir zusammenhalten wie Pech und Schwefel. Die Familie, die Freunde – das Netz funktioniert! Sonst kann ich leider dem Ganzen keinen Sinn abgewinnen. Es gibt auch keinen Sinn. Ich meine: Worin sollte der Sinn bestehen, aus einem wunderschönen und sattgrünen Kleeblatt einfach ein Blatt wegreissen zu wollen? Und weil so etwas nur sinnlos sein kann, werden wir das nicht einfach so geschehen lassen. Wir kämpfen gemeinsam, halten uns fest und rücken näher zusammen als je zuvor. Sich geschlagen geben ist keine Option.

Die Kampffront steht bereit – allen voran der Göttergatte, umgeben von seiner Modepraline, dem Tochterkind, dem Sohnemann, der ganzen grossen Familie drumherum und allen lieben Freunden. Gang egal, was die Achterbahn für Kurven und für ein Tempo vorgibt – wir haben uns angeschnallt.

 

39 Gedanken zu „Nach fünf Wochen …

  1. Hallo! Ich weiß nur zu gut, wie es ist, ein Schicksalsschlag zu erleiden! Ich selbst habe das auch mitgemacht! Dem Tod ins Gesicht geschaut.. Vieles hat ich verändert! Aber ich weiß eines ganz genau! Jeder Tag, den wir leben, ist ein Geschenk, welches man dankbar annehmen sollte – selbstverständlich ist nichts… deshalb wünsche ich Euch für das neue Jahr nur das Allerbeste! Viele schönen Momente, auch wenn einem nicht immer danach ist. Das man zusammen gute Dinge erlebt, die man in seinem Herzen bewahren kann! Alles Liebe, Nessy

    http://www.salutarystyle.com

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  2. Achterbahnen waren mir schon immer suspekt.
    Jetzt noch mehr. 🙂

    „Die Kampffront steht bereit – allen voran der Göttergatte, umgeben von seiner Modepraline, dem Tochterkind, dem Sohnemann, der ganzen grossen Familie drumherum und allen lieben Freunden.“

    Wäre ich die Krankheit, dann würde ich zusehen, dass ich justament Land bekomme! Es ist wunderbar, wie ihr zusammensteht!

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  3. Wuff – er schafft das. Mit euch (und uns) zusammen, fällt es ihm nicht so schwer. Nicht viele haben so ein Glück im Unglück und können auf so eine tolle Familie bauen. J.R.R. Tolkien hat einmal gesagt: „Wir müssen nur entscheiden, was wir mit der Zeit anfangen wollen, die uns gegeben ist.“ In so einer Phase des Lebens wird einem das ganz besonders bewusst.
    Also – Kopf hoch, Brust raus und durch!

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  4. In solchen Situationen gibt es für den Aussenstehenden nicht viel zu sagen. Einfach das: Alles Gute, viel Kraft, dass die Achterbahn immer etwas länger ganz oben stehen bleibt und trotz allem immer wieder ein paar Tropfen Lebensfreude. Herzlich aus Zürich mit vielen guten Gedanken Papageno

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  5. Liebe Fam. Jäggi
    Es haben so viele Freunde gute schöne und Mut machende Worte geschrieben was wundervolles. Daniela Schreib weiter auch wenn du glaubst es gehe nicht mehr Versuche es.
    Ich zünde eine weisse Kerze an die Euch allen Kraft Licht der Hoffnung und Glaube daran, dass es wieder gut kommen muss…..
    Umarmung mit Herzlichen Grüssen
    Edith

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  6. Kann ich absolut nachvollziehen. So Manche stoßen im Leben auf solche Situationen. Jede ist anders. Manche haben mit Krankheit zu tun, andere mit Lebensinhalten und wieder andere mit Menschen. Allen gemein, ist: Sie sind existentiell; das Leben ist von jetzt auf sofort nicht mehr das, was es bis dahin war.
    Jedoch …. wenn man etwas Positives an manchen dieser Situationen sehen will, dann ist es das, dass bei manchen von ihnen die direkt oder indirekt Betroffenen, eine Enge an Gemeinschaft leben, die Ihresgleichen sucht.
    Diese Menschen können sich glücklich schätzen, denn es gibt genügend Beispiele, wo einer alleine zurück bleibt, und dieses Glück nie erlebt.

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  7. Dein Blog, liebe Modepraline hat mich sehr bewegt und ich kann sehr gut mitfühlen, wie sich die Achterbahn bewegt und oft auch nicht mehr nach oben fahren kann…Ich lerne seit 21 Jahren in einer ontologischen Praxis immer wieder Neues, das mein Leben tagtäglich beeinflusst und prägt und ich sitze gerne in der Schule des Lebens und lerne immer wieder dazu!
    Alle „meine“ Patienten leiden an einer sxhweren Kranlheit, trotzdem ist ihnen allen der Humor ncht abhanden gekommen, im Gegenteil, ich erlebe zusammeit den Patienten zB. während einer Therapie einmaliges und schönes, gute Grspräche, da existiert kein Rückwärts nur ein Vorwärts ( wir pushen uns gegenseitig) und der Humor und das Lachen tragen dazu viel be!
    Ich wünsche deinem Göttergatten und der ganzen Modepralinefamilie von Herzen viel Mut und verliert nie den Humor und lasst dem Lachen zwischendurch ein Plätzchen
    Herzlichst, Ursula

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  8. Ich bin so froh zu lesen, habt ihr Menschen, die die sind. Ich bin froh zu lesen, seid ihr trotz allem kämpferisch. Ja, das Leben ist eine Achterbahn und ich mag das auch nicht. Man fühlt sich ausgeliefert, der Wagen fährt einfach und man sitzt drin.

    Ich wünsche euch von Herzen alles Liebe und Gute, viel Kraft und Kampfgeist.

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  9. Ich bin jeden Tag unzählige Male in Gedanken bei Euch, v.a., beim Göga 💖 und schicke positive Gedanken. Stelle mir vor, wie die gesunden Zellen so hoch schwingen, dass alles Negative regelrecht zertrümmert und ausgeschieden wird. Sie MÜSSEN diesen Kampf einfach gewinnen ❣ Ich habe vor Jahren mal in einem Buch gelesen „MIND POWER“, wie ein kleiner Junge es geschafft hat, den Krebs zu besiegen, indem er zig mal am Tag in Gedanken Star Wars in seinem Körper gespielt hat. Da er ein grosser Fan von Star Wars war und seine kindliche Vorstellung es ihm erleichterte, dieses „Spiel“ IN seinem Körper zu spielen, war das für ihn eine Selbstverständlichkeit zu siegen… Kinder sind in dieser Hinsicht genial! Sie zweifeln nicht….unser Kopf sagt uns immer, das geht nicht und kann nicht funktionieren.
    Saskia hat oben die 5 biologischen Naturgesetze erwähnt. Davon habe ich auch schon gehört! Ich glaube, man findet auf Youtube so einiges darüber.

    👼🏼👼🏼👼🏼👼🏼👼🏼👼🏼👼🏼👼🏼👼🏼👼🏼👼🏼👼🏼👼🏼👼🏼👼🏼……👼🏼 Sie alle sollen auf Deinen wundervollen Göga aufpassen und ihm helfen, schnell wieder ❣GESUND❣ zu werden!
    Ich bin in Gedanken immer bei Euch und wünschte mir, ich könnte mehr für Euch tun ❤️❤️❤️

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  10. Ich habe dich schon vermisst und weiss jetzt warum, schrecklich… ob du kein Boden mehr unter deine Füsse hast,gell? Ich schicke euch ganz viel positive Energie und bin immer für euch da. Melde dich mal wieder! Ganz viel und feste knuddel an alle! 😘

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  11. Lass es nicht geschehen und kämpft!

    Ich kann es -durch meine Krankheit Krebs (wenn es auch noch nicht sooo schlimm war)nachchvollziehen, was in euch/Dir grade passiert. Habt Mut. Gib Kraft. Schenke Kraft, auch wenn sie oftmals nicht auf den ersten Blick erkennbar ist.
    Und scheue Dich auch nicht, mal kurze Auszeiten zu nehmen. Ich wünsche Euch viel Kraft.

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  12. Ich bin über euch gestolpert und kann euch ans Herz legen: setzt euch mit den 5 biologischen Naturgesetzen auseinander. Keine Krankheit ohne „Konflikt“. Dieser ist gegeben, wenn etwas absolut unerwartet kam, dich auf dem falschen Fuss erwischt und du isolativ damit bist.

    Dann beginnt der Körper ein Sonderprogramm zu starten, damit er überlebt. Konnte der Konflikt gelöst werden, beruhigt sich der Körper wieder und baut das ab (oder auf), was er vorher auf (oder ab-) gebaut hat.

    Eine Maus spaziert durchs Gras. Da trifft sie auf eine Katze. Peng! Sie flieht. Dazu braucht sie mehr Sauerstoff und da startet das Sonderprogramm mit der Lunge. Sie flieht ins Loch und ist in Sicherheit. Hier endet das Programm und der Abbau beginnt. Sie hustet das „Zuviel“ des Lungenmaterials raus und gut ist.

    Jede Krankheit kann zugeordnet werden.

    Ich wünsche euch Offenheit und Klarheit von Herzen

    Link: germanische-heilkunde.at
    Dort hat es auch viele Erfahrungsberichte

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  13. Liebe Modepraline,
    ich weiß, es ist schwer überhaupt zu begteifen, wieso, warum, fühlte man soch doch so sicher in seinem kleinen Cocon. Ein wenig hilft es sich zu sagen, warum denn nicht ich/wir?
    Ich weiß nicht genau, was deinem Mann fehlt, aber es klingt nach Krebs. Gleich zwei gute Freundinnen von mir hat er im auch erwischt, beide kämpfem tapfer und bei beiden sieht es gut aus.
    Ich wünsche euch alle Kraft, die ihr braucht
    Liebste Grüße
    Ela

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  14. Das Gefühl bekannt-die Ohnmacht, die du treffend beschreibst…Es ist so gross, dass die Kraft, die Hilfe auch gross sein muss – Ich Frag das Universum, um „das Grosse“ – für Ihn und euch – fürs Kleeblatt 🍀

    Gefällt 1 Person

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