Vierbeiner müssen draussen bleiben?

Da lese ich in einer grossen Schweizer Tageszeitung, dass der Trend der Wohneigentümer dahin geht, bei der Vermietung von Wohnungen ein Haustierhalteverbot auszusprechen. Hä? Statistiken belegen, dass immer mehr Menschen einen treuen Vierbeiner (egal ob Hund oder Katze) als Haustier halten. Und mindestens genauso ist sogar medizinisch erwiesen, dass Haustiere dem Menschen gut tun. Der Kontakt mit Tieren senkt die Herzfrequenz, den Blutdruck und das Ausschütten von Stresshormonen. Das Immunsystem wird gestärkt und die Leute werden weniger krank. Dies bedeutet, dass es weniger Arztbesuche braucht und auch die Herzinfarkte werden weniger – alles Dinge, welche medizinisch nachzulesen sind.

Zum anderen ist nicht selten das Haustier der engste Lebenspartner des Menschen. Ein Tier tut der Seele gut, weil es spürt, wie es seinem Halter geht. Es stellt keine Forderungen, hinterfragt nicht und liebt bedingungslos. Gerade in der heutigen Zeit sind dies Werte, welche sonst vielerorts verloren gegangen sind. Und dennoch werden die Vierbeiner häufiger verboten als früher. Da soll noch einer die Welt verstehen.

Ich bin selber Hauseigentümerin in einer Stadt, wo die Verbote noch viel rigoroser ausgesprochen werden, als auf dem Land. Es wäre mir noch nicht einmal im Traum in den Sinn gekommen, Haustiere zu verbieten. Warum auch? Das ist doch eine Einschränkung der Privatsphäre. Das wäre, wie wenn ich in den Mietvertrag schreiben würde, dass nur bei geschlossener Türe gepupst werden darf – oder wo und wie der Mieter seine Schuhe zu versorgen hat. Bitte? Solange ein Tier ordentlich gehalten und nicht gequält wird, gibt es nicht einen einzigen vernünftigen Grund, die Tierhaltung in einer Mietwohnung zu verbieten. Wenn eine Familie mit Kleinkindern einzieht, macht man schliesslich auch nicht die Auflage, dass die Kinder nicht weinen oder sich nicht im Wohnzimmer übergeben dürfen. Das müsste aber theoretisch dann ja die Konsequenz sein. Kein Lärm, kein Dreck!

In meinen Wohnungen werden Haustiere weiterhin erlaubt sein und ich frage mich, ob wir so langsam aber sicher verblöden, dass wir täglich mehr Verbote verhängen. Irgendwann wird man noch gebüsst, wenn man im Wald rülpst – es könnte den Förster stören…

26 Gedanken zu „Vierbeiner müssen draussen bleiben?

  1. Ich denke die meisten Vermiter haben Angst davor, dass die Tiere die Wohnung beschädigen könnten, aber dafür gibt es ja eine Haftpflichtversicherung, sollte mal was passieren! …und wenn ich da an kleine Kinder denke, die mit ihren bunten Stiften die Tapete verschönern wollen, ist das ja auch nicht viel besser 🙈🖍🖊🖌🎨❗️

    Gefällt 1 Person

  2. Ich bin auch Vermieterin und erlaube Tierhaltung. Weiß aus eigener Erfahrung noch wie schwer es war mit einem riesigen schwarzem Hund (das sind ja die aller aller gefährlichsten) eine Wohnung bzw ein Haus zur Miete zu finden.
    Wie du schon geschriebenen hast, die Tiere machen so viel für ihre Besitzer!!

    Sollte ein Tier etwas beschädigen, was durchaus mal passieren kann, sollte jeder so verantwortungsbewusst (erwachsen) sein, es wieder heile zu mache.

    Gefällt 2 Personen

  3. Ich denke auch, es gibt schon Abers zu deinem Plädoyer: Wie groß darf ein Tier in einer kleinen Wohnung sein? Darf man einen Jahd-oder Windhund in einer Stadtwohnung halten? Tut den Tieren das gut? Wieviele Tiere dürfen eine Wohnung bevölkern? Ist das Tier gut erzogen oder macht es mir oder neinen Kindern Angst?

    Ich mag Tiere sehr, halte selbst aber keins, weil ich nicht daran glaube, dass es in meiner Stadtwohnung glücklich wäre.

    Gefällt 2 Personen

  4. Die Verbote kommen halt durch die Menschen zu stand, die ihre Tiere eben nicht gut halten. Die sie tagelang alleine lassen, wo sie dann bellen, Dinge kaputt machen, etc. Das generiert Ärger bei Nachbarn und damit Reklamationen. Auch gibt es Menschen, die mit dem Hund maximal vor die Tür laufen, dort das Geschäft dann liegen lassen. Auch das ist ärgerlich. Und da der Mensch ungerne Ärger hat, versucht er, den vorbeugend auszuräumen – halt durch Verbote.

    Ja, ich weiss selber, wie mühsam es ist, mit Hund eine Wohnung zu finden, ich hatte da oft Probleme. Aber: Ich kann die Haltung trotzdem nachvollziehen, auch wenn ich sie schade finde. Aus den von dir genannten Gründen.

    Gefällt 4 Personen

    • Sehe ich auch so. Die Verbote kommen durch Missbrauch.
      Wir hatten auch mal eine Familie, die ihren Hund auf dem Hof „Gassi führte“, statt z.B. in den nahe gelegenen Stadtpark zu gehen. Und das Geschäft wurde dann einfach liegen gelassen. Die anderen Kinder haben dann damit gespielt …
      Mit Rücksicht würden viele Verbote überflüssig, aber leider erlebe ich, gerade in der Innenstadt, sehr viel Rücksichtslosigkeit: (halb)leere Bier-, Wein- und Schnapsflaschen werden überall hingestellt, es wird überall hingepinkelt und ja, Hundebesitzer lassen die Haufen ihrer Tiere mitten auf der Straße liegen und der nächste latscht rein. Die Reihe lässt sich beliebig verlängern.
      Daher kommen die Verbote. Leider.

      Gefällt 2 Personen

      • Spaß beiseite, man muss hier wirklich trennen, einmal die Erlaubnis und dann, wie man mit Tieren umgeht und mit Wohnungen. In Deutschland hat der Bundesgerichtshof nun letztinstanzlich festgestellt, dass Tiere in Wohnungen nicht grundsätzlich verboten werden dürfen. Das finde ich gut so. Das andere ist dann, welche Regeln gibt es, die einzuhalten sind. Da gibt es eigentlich schon genug Regeln. Aber wie immer: im Ernstfall schwer durchzusetzen. Der „normale“ Mensch hält sich an die Regeln, pinkelt nicht auf seinen Balkon, lässt seine Hunde nicht Stuuuuuunden alleine, hält nicht 240 Katzen auf einmal… aber es gibt halt auch „unnormale“, die eben genau das tun.
        Wieviel Mist man mit Autos anstellen kann, habe ich letztens wieder in der Zeitung lesen müssen, illegale Autorennen, drei tote junge Männer, schrecklich, aber da kommt auch keiner auf die Idee, doch mal die Autos zu verbieten. Dann gäbe es keine illegalen Autorennen mehr…

        Gefällt 2 Personen

      • Bei mir gibt es auch kein Hsustierverbot. Meine Mieter dürfen. ABER ich habe mich wirklich stark zusammennehmen müssen, als vor ca. 3 Jahren Mieter auszogen, die ihrer Katze über 2 Jahre hinweg die Loggia als Urinal nutzen ließen. Nur die Geruchsbelästigung für die Wohnung darunter ließ diese … auffliegen. LG

        Gefällt mir

  5. Ja….stell Dir vor….der sitzt da stunden-……ach was tagelang auf seinem Hochsitz und wartet das er eine ganz bestimmte Sau vor die Flinte kriegt…..und endlich ist es soweit….er legt an….und plötzlich…..BÖRPS…..geht gar nicht! 🤓😜

    Das mit dem Verbot von Tieren verstehe ich auch nicht ganz…..wobei es offensichtlich Familien mit Kindern nicht viel besser ergeht…..aber der Mensch will nun mal alles klinisch rein….und so Renovierungen mit ’nem kaputten Parkett kosten Geld….schliesslich…..

    Und wenn man bedenkt was Vermieter so erleben heutzutage….Mietnomaden….verwüstete Wohnungen….Messiehaushalte….letztendlich ist es doch in vielen Bereichen so: was andere an Image verbocken müssen wieder andere ausbaden….seltsam….um so schöner das es noch Menschen wie Dich, mit gesundem Menschenverstand und dem Herzen am rechten Fleck, gibt 😊

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s