Drehspiess

Ich mag sie nicht, diese Nächte. Jene, in welchen ich mich gefühlt 500 mal im Bett drehe und immer noch falsch liege. Decke bis zum Hals ziehen bedeutet nach zwei Minuten einen Schweissausbruch. Decke wieder runterstrampeln heisst, nach einer Minute losfrieren. Nach rechts drehen fühlt sich schlecht an, weil die Hüfte klemmt. Nach links drehen fühl sich noch schlechter an, weil die Schulter knirscht. Auf dem Rücken liegen ist extrem unnatürlich und unbequem. Auf den Bauch drehen vermittelt mir das Gefühl von einem gestrandeten Pottwal.

Nach ungefähr 50 Wiederholungen all dieser Varianten muss ich logischweise total entnervt Pipi machen. Der Kopf ist müde … der Körper will einfach keine Ruhe geben. Also tappse ich ins Badezimmer, stosse mir dabei den grossen Zeh am Bettrand, fluche und tappse wieder zurück ins Bett. Und jetzt ratet mal, was dann passiert? Na? Kommt ihr drauf? Jaaaaa, genauuuuu! Das ganze Theater geht von vorne los. Hurra!!!

Der Fluch an solchen Nächten ist ja, dass – wenn man sich erst mal so richtig in Rage gedreht und gewunden hat – der Schlaf irgendwann gar nicht mehr kommen kann. Die Nerven sind dafür zu sehr angepannt. Das ist bei mir jeweils der Moment, in welchem ich das Duvet zu leicht oder zu schwer, das Kissen zu hart oder zu weich und das Zimmer zu hell oder zu dunkel finde. Kurz: Einfach alles doof!

Und wenn ich dann morgens total zerknirscht aufstehe und aussehe, als ob mich jemand zusammengefaltet hätte, dann möchte ich bitte nicht gefragt werden: „Na, hast Du gut geschlafen?“ Mein Inneres schreit dann nämlich: „Neiiiiin, verdammt – es waren mindestens fünf Lastwagen, ein Tram UND ein Schnellzug, die über mich hinweggedonnert sind letzte Nacht!!!“

10 Gedanken zu „Drehspiess

  1. Schlaflos in ähh..nicht Seattle.
    Ich kenne das. Erst ist zu kühl im Bett, dann wenig später die Bettdecke wenden (schäm 😳die Bettsocken ausziehen und vor das Bett pfeffern)..weil zu warm.
    Dann wenn man endlich schlafen könnte, muss man natürlich aufs Örtchen. Genau wie du das beschrieben hast.
    Aber am schlimmsten finde ich die Träume die sich dann so gegen Morgen einschleichen.
    Und die den halben Tag im Kopf hängenbleiben. Das war doch früher nicht so..heul😱

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  2. Oh, Frau Modepraline, das kennen wohl alle ü50. Bei mir hilft: Aufstehen, Buch lesen, Musik hören, Blog schreiben oder lesen und ganz fest daran glauben, dass drei Stunden Schlaf zur Not völlig genügen! Es funktioniert, ehrlich!

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  3. Das hört sich aber übel an, ich bin ja morgens auch nicht fit wegen meinen Knochen, hab auch oft Schmerzen wegen meiner Osteoporose, aber ich komme dann schon nach drei Tassen starkem Kaffee in die Gänge, ich muss ja mit dem hund gehen , mein Mann ist dazu nicht in der Lage, der kann kaum noch laufen. Ja, wir werden alle älter auch wenn wir es nicht glauben wollen. Alles gute dir und deiner Familie, ich lese immer bei dir und deinem Mann vor allem dass er wieder gesund wird.

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  4. Das kommt von den spannend unterhaltsamen Beiträgen die Frau Modepraline schreiben tut. So kann ja niemand ruhig schlafen >>, wenn sie, kaum in der Horizontalen, schon am nächsten Blogbeitrag arbeitet.
    Danke für den Beitrag, Müller soll zwar arbeiten, musste aber unbedingt zu Ende lesen.

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