Welcher Typ bin ich?

Viele von euch wissen es – den anderen erzähle ich es nun: Einen Tag nach meinem letzten Post, den ich mit dem absoluten Ferienkoller in den Knochen geschrieben habe, wurden die Meerferien vorzeitig beendet. Der finale Entscheid ist bedingt durch ein krankes Enkelkind gefallen. Ich meine: Was macht man mit kranken Zwergen, wenn sie fiebrig krank sind und das lärmige Zimmer im 37 Grad warmen Ferienland nicht mehr verlassen können? Was soll ich sagen: Die beiden Enkelzwerge (Nummer zwei bei der Rückreise auch bereits angesteckt) haben den Rückflug toll gemeistert – und die Lage ist erst zu Hause dann so richtig eskaliert. Wie gut, dass wir im letzten Moment noch abgereist sind – bevor die Kleinen so richtig fies krank geworden sind – mit dem ganzen Grippeprogramm, das man sich nur wünschen kann.

Und so fühlen sich die Ferienfotos nun ziemlich surreal an. Ferien? Wann? Ich bin einfach nur müde und meine süssen Enkelzwerge haben grosszügigerweise ihre Viren nun auch mit mir geteilt (ja, ihr dürft gerne Mitleid mit mir haben). Es hat schon einen Grund, dass man Kinder im jungen Alter haben sollte – wäre es nicht so, würden mein Tochterkind und ihr Partner vermutlich schon lange nicht mehr aufrecht gehen – die haben ungefähr vor 2 Wochen das letzte mal wirklich geschlafen.

Und so schaue ich mir nun inzwischen seit einer Woche die Ferienfotos der Facebook- und Instagram-Community an und frage mich, ob wir die einzigen sind, deren Ferien ein ziemlicher Flop waren!? Oder liegt es einfach an mir?

Da posten zum Beispiel die Wandervögel ihre Bergbilder wie wild. Berg hier, Baum da, Berg dort, Tannen überall! Und ich frage mich: Was zum Geier ist die Faszination von Wanderferien? Anstrengend, schwitzend, mit Insekten überall und die einzige Abwechslung, die ich sehe, ist die Form der Berge. Alles andere ist: BAUM, WEG, BLUME, BAUM, TANNE, WEG, BLUME … grün, grüner, am grünsten! Seit ich ein Kind bin, finde ich Wandern zum Wegrennen schön … und daran hat sich bis heute nichts geändert. Ich bin also definitiv nicht der Bergtyp!

Dann haben wir da die Sportverrückten. Sie Paddeln, Radeln, Klettern und laufen sich während der Ferien einen Wolf und finden es wunderbar. Und ich schaue entsetzt die Bilder an und denke: Warum tun die das? Anstrengend, schwitzig, Insekten, klebrig, bäh. Okay, ich bin definitiv nicht der Sportferientyp!

Absolut on top sind für mich die Campingspezialisten. Mein Verständnis erreicht dort den Grad „unterirdisch“ und ich werde nie verstehen, was man an einer von der Sonne aufgeheizten Kiste mit viel zu wenig Platz schön finden kann. Erst recht nicht, wenn man mit der Kiste auf einem Campingplatz eingepfercht zwischen gefühlt Millionen anderen steht. Boah! Wie gut, dass wir schon lange wissen, dass ich also auch nicht der Campingtyp bin.

Oh, die Kreuz- und Schifffahrer habe ich noch, deren Bilder wunderbar aussehen. Meine sähen anders aus. Mal würde ich rechts über der Reeling hängen und mal links … dabei würde ich mit meinem Mageninhalt den gesamtem Fischbestand der Weltmeere füttern. Und zwischendurch würde ich mich tödlich langweilen beim meditativen Glotzen aufs Wasser. Läck, der Wassertyp fliesst also auch nicht durch meine Adern.

Die Strandbilder und die schönen Altstädte der nahen Inseln finde ich nach wie vor am schönsten. Das stimmt nun tatsächlich. Aber nach 6 Tagen schwitzen und Sand und Sonnencrème und und und … ist dann auch dieses Thema ausgereizt. Der ausgeprägte Strandtyp bin ich also auch nicht.

Meine Güte 😩 was bin ich bloss??? Müsste ich mich selber analysieren, würde ich es so beschreiben: Ich bin der Typ Mensch, der sich gerne die schönsten Hotels ansieht, der die wunderbarsten Ferien bucht, der die kreativsten Ferienideen hat – um dann in der Realtität über alles zu meckern, was sich von den Bildern und meinen Vorstellungen auch nur einen Millimeter unterscheidet. De facto bin ich also eigentlich der Sofatyp, der zwar gerne bucht, dann aber nach zwei Tagen in der Regel schon wieder abreisen möchte. Vielleicht hätte ich besser eine Reisebüro eröffnet, um Ferien für andere zu organisieren und dann nur die schönen Bilder anzusehen. Da müsste ich weder packen, noch reisen, noch schwitzen, noch mich anstrengen – ich könnte mir nur die spannenden Geschichten anhören und das Material dazu sichten.

Okay: Ich bin der Buchungstyp! Wie gut, dass ich nie behauptet habe, ich sei normal. Das ist ja nicht zum Aushalten mit mir. Wer es trotzdem schafft, hat einen Orden verdient … oder auch zwei!

2 Gedanken zu „Welcher Typ bin ich?

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