Machs gut!

Kurz bevor der Kalender auf ein neues Jahr hinweist, möchte ich mich von Herzen von einem unglaublichen Menschen verabschieden. Er hat sich nach 6 Jahren Leben mit einem Glioblastom im Kopf auf den Weg in Richtung onkofreie Zone gemacht.

Tschüss Erik @rummelschubser oder https://rummelschubser.com/ .

Ich weiss noch, wie ich über Dich gestolpert bin. Dein Blog und die Art, wie Du mit Deiner Krankheit umgegangen bist, haben mich voll mitgenommen. Und so hat sich ein Freundschaft unter Bloggern ergeben, die das Leben auf dem Onkoplaneten kennen.
Wir haben geschrieben, telefoniert, gefacetimet und uns Bilder geschickt. Wir haben auch gegen widrige Situationen zusammen angekämpft – zwar auf Distanz, aber trotzdem gemeinsam. Und wir haben dabei IMMER gelacht. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich Dich auch nur ein einziges mal hadernd erlebt hätte. Du hast Dich und Deine Krankheit immer auf die Schippe genommen und Deine Devise war:

„Akzeptier die Diagnose, aber niemals die Prognose.“

Junge, Du hattest so verdammt recht. Ich meine: Ein Gliopatient, der eine Überlebenszeit von 6 Jahren hat – damit hast Du sie alle in Staunen versetzt. Und dass Du dabei noch ständig alle veräppelt hast war wohl der Oberburner. Du hast die beschissensten Situationen einfach weg gelacht und hast Dich nicht ein einziges mal von Deinem ganz eigenen Weg abbringen lassen.
Im Krankenhaus kannten Dich wohl alle – als lustige Type mit dem Schalk im Nacken. Genau das war wohl Dein Rezept: Zwar ein Glio im Kopf, aber noch vielmehr Schalk im Nacken!!!
Während andere ihr Ableben planen, hast Du stattdessen geheiratet, bist stolzer Papa geworden und hast nochmal so richtig Gas gegeben.

Ich habe keine Ahnung, wie Du es gemacht hast – aber dann, wenn es aussichtslos auszusehen schien, hast Du allen anderen da draussen mit Deinem Blog Mut gemacht. Du wurdest zum Helden für ganz viele Menschen, die ohne Dich bestimmt viel früher aufgegeben hätten. Und dabei hast Du immer wieder alle Grenzen gesprengt. Du hast angesprochen, worüber andere nicht sprechen – Du hast thematisiert, was andere sich nicht trauen und Du hast Dich mit jeder Menge Humor immer wieder über den unbeliebten Bewohner in Deinem Kopf ausgelassen.

Alle, die jetzt denken, Du hättest den Kampf verloren – NEIN, das hast Du in meinen Augen nicht. Du hast unfassbare 6 Jahre gewonnen, die man nur gewinnen kann, wenn man so gestrickt ist, wie Du das warst. Du hast so viele Erinnerungen, Momente, Erlebnisse, Abenteuer und eine eigene Familie gewonnen, da kann man wohl kaum von verlieren sprechen.

Deine unglaublich starke Frau an Deiner Seite hat Dich nun ziehen lassen müssen – und Dein kleiner „Garnelobert“ (Wortkreation von Erik für seinen Sohnemann) wird seinen Weg nun ohne Dich weitergehen. Das ist schmerzvoll und traurig – aber ich weiss, dass sie bei jedem Gedanken an Dich immer auch ein Grinsen im Gesicht haben werden, selbst wenn die Tränen fliessen. Es ist unmöglich, ohne lustige Momente an Dich zu denken. Dafür hast Du viel zu viel Lebensfreude und Humor gehabt. Und dort, wo Du jetzt bist, wird die Party weitergehen.

Ich werde Deine Blogposts vermissen – und Deinen schwarzen Humor noch vielmehr. Und auch wenn Du mir eigentlich noch die vesprochenen Berliner vorbeibringen wolltest, so nehme ich Dir nicht übel, dass das nicht mehr geklappt hat. Ich weiss, dass ich irgendwann an einem anderen Ort wieder über Dich stolpern werde – und wehe, Du hast dann keine Berliner für mich …

Erik, ich hätte Dir und Deiner kleinen Familie noch viele Jahre gegönnt. Ich weiss aber, dass Du alles an Leben eingezogen hast, was es noch einzuziehen gab. Und auch wenn 33 Jahre verdammt noch mal kein Alter sind, so hast Du diese Jahre mit soviel Leben gefüllt – da bräuchten andere 150 Jahre für.

Wer auch immer jetzt das Vergnügen hat, Dich in der onkofreien Zone kennelernen zu dürfen – Du wirst die humorvollste Begegnung ever. Für jeden und überall! 🙂

Junge, Du wirst mir fehlen und es war mir eine Ehre, dass ich Dich und Deine Familie kennenlernen durfte.

Machs gut!

3 Gedanken zu „Machs gut!

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